Über den Wolken – ein Besuch bei Helvetic Airways

by Katharina Deuber


Hintergründe und Einblicke in den Beruf des Flight Attendants erhielten die Mitglieder des Swiss Travelwriters Club bei einem Besuch im Swiss Aviation Training Centre in Kloten, organisiert in Zusammenarbeit mit Helvetic Airways.

Tobias Pogorevc, CFO und Sascha Linder, Head of Cabin Crew informierten über das Kerngeschäft der Schweizerischen Airline sowie über die Anforderungen und Herausforderungen für das Kabinenpersonal sowohl beim Einstellungsverfahrungen als auch im beruflichen Alltag. 


Die Helvetic Airways-Vertreter zeigten sich stolz über die Tatsache, dass die Airline heute fähig ist, die komplette Wertschöpfung, von den eigenen Flugzeugen und deren Wartung über den Flugbetrieb bis hin zur Ausbildung der Piloten und der Flight Attendants, inhouse abzudecken. Der Erfolg zeigt sich auch in der Zunahme der Personalzahlen – waren es 2010 noch 120 Mitarbeiter, sind es heute bereits 450, die sich aus 140 im Cockpit, 206 in der Kabine, 66 in der Wartung und 34 Personen im Backoffice zusammensetzen. Mit 13 Fliegern (vom Typ Fokker, Embraer und Airbus) wird das tägliche Fluggeschäft abgedeckt, das sich auf Wetlease (Flüge im Auftrag einer anderen Airline wie z.B. Swiss oder Lufthansa), Charter (Urlaubsflüge für Reiseanbieter wie Hotelplan oder Kontiki), Spezialcharter (Gruppen/Incentive-Reise für ein Unternehmen) oder Linienflügen in der Nische (z.B. Flugroute Bordeaux) konzentriert.

IMG_8410.JPG


Während es unter den Piloten der Airline (einzigartig in Europa: 12 weibliche Piloten) kaum Fluktuationen gibt, sieht es in der Kabine ganz anders aus. Die meisten Flight Attendants bleiben 1 – 2 Jahre, bevor sie zum Beispiel zu einer grösseren Airline wechseln oder ein Studium aufnehmen. Ursache dafür ist in erster Linie die Tatsache, dass es sich entgegen stark romantisierter Vorstellungen, doch um einen echten „Knochenjob“ handelt. Zum einen erlauben die kurzen Strecken innerhalb Europas kaum längere Aufenthalte in den angeflogenen Destinationen, zum anderen erfordern die doch sehr unregelmässigen Arbeitszeiten eine extrem hohe Disziplin. Gerade die Generation Y, die doch sehr stark auf eine Work-Life-Balance fokussiert ist, kommt hier schnell mal an ihre Grenzen. Dem wirkt man bei Helvetic Airways in den letzten Jahren mit verschiedenen Lösungsansätzen entgegen: Vermehrt werden attraktive Teilzeitmodelle geflogen, es gibt ein sogenanntes „Fly & Study“ Programm mit fixen Einsatzplänen neben dem Studium und wer Karriere machen will, kann zügig zum Senior Cabin Crewmitglied oder zum Purser oder Schulungsleiter (Trainer an Bord oder Ground Instructor im Klassenraum) aufsteigen. Das Einstiegsgehalt liegt bei CHF 3145 plus CHF 400 Variable und kann durch verschiedene Elemente wie Mehrflugstunden oder Umsatzbeteiligung beim Bordverkauf aufgebessert werden.


Beim Auswahlprozess der Flight Attendants wird gemäss dem Helvetic Slogan „Swiss Quality along the line“ der Focus vor allem auf Aspekte wie Motivation, gute
Ausbildung und Allgemeinwissen, Sprachkenntnisse und Körpergrösse geachtet, mit dem Ziel, dass jeder einzelne Mitarbeiter das Potential für eine Karriere innerhalb des Unternehmens hat.
Die Ausbildung zum Flight Attendant dauert circa 3 – 4 Wochen und beinhaltet allgemeine Aviatik-Kenntnisse, Emergency Procedures wie zum Beispiel die Evakuierung und alles was mit Safety & Security zu tun hat, der Umgang mit den Passagieren sowie medizinische Erste Hilfe-Kurse. 


Zur Veranschaulichung der Ausbildung wurden die 30 Teilnehmer des STC direkt ins kalte Wasser geworfen und konnten im Mock-up eines A320 an einer Notfallübung, einer Evakuierung bei Notwasserung, teilnehmen. Dabei stieg der Adrenalin-Level gewaltig! Masken fielen von der Kabinendecke, die Flight Attendants gaben lautstark Verhaltensanweisungen an die „Passagiere“, die Notausgangstüre musste geöffnet und aus dem Flieger geworfen werden und alle Beteiligten sollten zügig mit Schwimmweste um den Hals das Flugzeug verlassen. Den Flight Attendants gelang es mit Bravour, den Teilnehmern zu vergegenwärtigen, wie immens wichtig einstudierte Abläufe und ihre Rolle im Zusammenhang mit Safety & Security der Reisenden doch sind.
Passend zum Thema fand der anschliessende Apéro, zu dem Helvetic Airways die STC-Mitglieder einlud, im Restaurant Runway 34 direkt am Flughafen Zürich statt. 

Eva-Maria Panzer

 

Full house am Flight-Attendant-Training bei Helvetic Airways


Die Basler Journalistin Caroline Doka gewinnt den vierten „Imholz Förderpreis“

by Katharina Deuber


Mit dem Preisgeld von 7500 Franken reist Doka nach Ruanda und in den Kongo.

Caroline Doka, Gewinnerin Imholz Förderpreis 2016

Caroline Doka, Gewinnerin Imholz Förderpreis 2016

Die 53-jährige Caroline Doka ist die vierte Gewinnerin des einzigen Schweizer Journalistenpreises, der nicht eine bereits publizierte Reportage auszeichnet, sondern ein paar Schritte vorher ansetzt: Bei der Idee.
Die Basler Journalistin wird sich im Herbst 2016 in den Nyungwe Forest im Südwesten Ruandas aufmachen, um von einer erst kürzlich entdeckten neuen Nilquelle – sie schenkt dem längsten Fluss der Erde weitere 100 Kilometer – im Kajak und zu Fuss bis zum Kongoleser Vulkan Nyiragongo zu reisen. Das Thema Wasser und Feuer ist im Ostafrikanischen Grabenbruch allgegenwärtig und wird Caroline Doka während ihrer Reportage ständig begleiten.
Die Absolventin der Ringier Journalistenschule schreibt als Freelancerin regelmässig Reise- und Outdoorartikel für die NZZ am Sonntag und die Outdoorbeilage der Berner Zeitung. Sie hat in allen grossen Schweizer Printtiteln wie Schweiz am Sonntag, TagesAnzeiger, Der Bund, Schweizer Familie, Basler Zeitung oder Südostschweiz publiziert.
Die dreiköpfige Jury, bestehend aus Sonja Hüsler (Präsidentin Swiss Travelwriters Club und Reisejournalistin bei Ringier Axel Springer Schweiz), Katharina Deuber (Vorstandsmitglied Swiss Travelwriters Club, TV-Journalistin und Moderatorin) sowie Christoph Ammann (Ressortleiter Reisen SonntagsZeitung, TagesAnzeiger und Der Bund sowie STC- Gründungsmitglied) gratulieren Caroline Doka.

30 Journalisten haben Ideen für den “Imholz Förderpreis“ eingereicht, der vor vier Jahren von der Hans Imholz-Stiftung und dem Swiss Travelwriters Club lanciert worden war. Das Ideen- Spektrum war breit: Von der Couchsurfing-Reise durch den Iran bis zum Trekking-Trip durch Hongkong war alles dabei. Zwei Themen haben die Teilnehmer jedoch besonders beschäftigt: Digital Detox und die Grand Tour of Switzerland. Dazu wurden mehrere Konzepte eingereicht.
Die Teilnahmebedingungen für die fünfte Auflage des „Imholz Förderpreises“ werden Anfang 2017 auf www.swisstravelwritersclub.ch kommuniziert.


Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die STC-Präsidentin und das Imholz-Förderpreis- Jurymitglied Sonja Hüsler: 079 254 63 63 oder sonja.huesler@ringieraxelspringer.ch


Imholz Förderpreis: Apps und abgeschnittene Hosen

by Katharina Deuber


Der Artikel von Andreas Scheiner, Gewinner des „IMHOLZ FÖRDERPREIS“ 2015 erschien am 17. Januar 2016 in der SonntagsZeitung.

Andreas Scheiners Idee, anhand von Empfehlungen einschlägiger Internet-Plattformen einmal um die Welt zu reisen, ist so aussergewöhnlich wie eigentlich naheliegend. Herausgekommen ist eine unterhaltsame Anleitung zum Gebrauch der diversen Reise-Apps und schlussendlich sogar eine Art Rating der Rating Apps. Nicht jede hält, was sie verspricht. Irgendwie haben wir es vermutet, jetzt haben wir es schwarz auf weiss.

Download des Artikels als PDF

Andreas Scheiner, Gewinner des Imholz Förderpreises 2015

Andreas Scheiner, Gewinner des Imholz Förderpreises 2015

PREISGEKRÖNTE IDEE
Andreas Scheiners Weltreise mit rein digitaler Beratung entspringt einer preisgekrönten Idee. Der 32-jährige freischaffende Journalist mit Schwerpunktthema Kultur/Film gewann den dritten Imholz-Förderpreis, den Reisepionier Hans Imholz und der Swiss Travelwriters Club (STC) ausgeschrieben hatten. Dank der Preissumme von 7500 Franken konnte Andreas Scheiner eine für Reisereportagen ungewöhnlich lange Recherchezeit von einem Monat nutzen.
Um den Preis, der auch 2016 wieder ausgeschrieben wird, hatten sich 30 Journalistinnen und Journalisten beworben.